Intensivpflege in Spanien

Klinische Intensivplege

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang der klinischen Intensivpflege ist das Diplom "diplomatura en enfermería" oder der Grad "grado en enfermería" der Gesundheits- und Pflegewissenschaften in Spanien oder deren Anerkennung durch das spanische Ministerium für Bildung und Gesundheit. 

 

Die Pflegekräfte, die sich für den Masterstudiengang einschreiben, haben ein besonderes Interesse an der Intensivpflege oder verfügen bereits über Arbeitserfahrungen auf den Intensivstationen von Krankenhäusern, beispielsweise in der Kardiologie, der Hämofiltration, der Neurologie oder in der Chirurgie. Am Ende des Studiums stehen die Absolventen in einem multiprofessionellen Umfeld und beteiligen sich an der Analyse, der Kommunikation und am Qualitätsmanagement der Intensivpflege. 

Lehrplan der medizinischen Fakultät in Barcelona

Module Credit Points Art
Einführung in die Intensivpflege 10  Pflichtfach
Behandlung von Intensivpatienten I 10 Pflichtfach
Behandlung von Intensivpatienten II 10 Pflichtfach
Praktikum I 10 Pflichtfach
Praktikum II 10 Pflichtfach
Abschlussarbeit Thesis 10 Pflichtfach

Der Inhalt der medizinischen Fakultät von Barcelona ist mit der Weiterbildung zum "Fachkrankenpfleger für die Anästhesie- und Intensivpflege" vergleichbar.


Studium zum Fachkrankenpfleger auf der Intensivstation

Das Masterstudium für den Dienst auf der Intensivstation begreift sich als Vertiefung der bereits im Pflegestudium erworbenen Grundkenntnisse der Intensivpflege. Das Aufbaustudium umfasst 750h Theorie. Abhängig von den praktischen Erfahrungen der Pflegefachkraft liegt der Praxisanteil bei bis zu 600h, die innerhalb eines Blockpraktikums erworben werden. Bei einer Dauer von einem Jahr umfasst das Studium insgesamt 60 Credit Points. Ein Credit Point ist gleichbedeutend mit 25 Arbeitszeitstunden eines Studierenden.

 

Wenn man das Pflegestudium mit dem postgradualen Masterstudium der Intensivpflege summiert, beträgt die Gesamtstundenzahl 6.900h, die sich auf 4.800h Theorie und 2.100h Praxis verteilen mit insgesamt 300 Credit Points. Die Studienzeit einer spanischen Intensivpflegekraft beträgt fünf Jahre. Damit befindet sich das Studium mit seiner Länge und seinen Inhalten auf europäischem Spitzenniveau.

In den sechs oben stehenden Modulen werden die Pflegekräfte zu den Themen Wiederbelebung, Beatmungsgerät, Dialyse, Elektrokardiogramm usw. unterrichtet und in speziellen Seminaren angeleitet, um den Transfer in die Praxis sicher zu stellen. Ziel des postgradualen Studienganges ist es, elementare Kenntnisse der Intensivpflege und ihre spezifische Praxis kennenzulernen, die intensivpflegerischen Arbeitsprozesse anzuwenden, durch Evaluation bzw. Monitoring abzusichern und weiterzuentwickeln, um die Behandlung von Intensivpatienten zu optimieren und falls möglich den Patienten von unterstützenden Maßnahmen unabhängig zu machen.

 

Die Klassifizierung und Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Beatmungsapparates und des Nervensystems usw. sind integraler Bestandteil des Studiums. Die angehenden Intensivpflegekräfte lernen neben der Klassifizierung auch die Symptome von spezifischen Krankheitsbildern kennen.


In Absprache mit den behandelnden Ärzten erstellen die angehenden Fachkrankenpfleger für die Intensivpflege die notwendigen Behandlungsschritte, um intensivpflegerischen Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. Sie verfolgen das ethische und therapeutischen Ziel, die Patienten unabhängig von unterstützenden, lebenserhaltenden Maßnahmen zu machen, um ihnen eine größtmögliche Autonomie zu gewährleisten. Neben der internen Kommunikation mit den Spezialisten und Ärzten auf der Intensivstation stellen sie den Kontakt zu den Angehörigen her. Damit erhalten sie neben der medizinischen Behandlungspflege auch den Auftrag, sich um die sozialethischen Belange des Patienten und seiner Angehörigen zu kümmern. Die intensivpflegerischen Maßnahmen sind in einem sozialen Kontext eingebettet.

Praktikum auf der Intensivstation

Das Praktikum findet auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus oder Klinikum mit einer hohen Behandlungsdichte statt. Die Praktikanten arbeiten in einem rotierenden Schichtsystem zwischen Früh- und Spätschicht. Ihnen wird ein Fachkrankenpfleger zugeteilt, der sie in allen Phasen des Praktikums anleitet und mit ihnen die erworbenen Kenntnisse auswertet. Nach drei, sechs und zwölf Wochen finden Evaluationen statt. Diese Auswertungen des Praktikums machen 80% der Note des Moduls IV aus. Die verbleibenden 20% werden durch die Erarbeitung theoretischer Fallbeispiele ermittelt, so dass der Fachkrankenpfleger für die Intensivpflege über theoretische Kenntnisse und den Transfer in die intensivpflegerische Praxis verfügt.