Medizinischer Personaldienstleister

TTA Medizinischer Personaldienstleister

Zeitungsbericht: TTA Personal GmbH im Interview

TTA Personal GmbH vermittelt spanische Pflegekräfte. Gesundheitsberufe.de sprach mit Oliver Nordt, Geschäftsführer der TTA Personal GmbH.

 

Gesundheitsberufe.de: Wer ist TTA Personal GmbH und wie lange sind Sie bereits in der Vermittlung spanischer Fachkräfte für den deutschen Markt tätig?

 

Oliver Nordt: TTA Personal GmbH wurde 2010 gegründet und ist ein deutsch-spanischer Personaldienstleister mit Sitz in Berlin und Granada.

 

Gesundheitsberufe.de: Was hat Sie dazu bewogen gerade in die

Vermittlung von spanischen Fachkräften für den Pflegebereich einzusteigen?

 

Oliver Nordt: TTA Personal orientiert sich am Personalbedarf des deutschen Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen spanischer Fachkräfte. Eine hohe Übereinstimmung wird u.a. bei der Vermittlung von Personal in den Berufen des Gesundheitsbereiches erzielt.

Das deutsch-spanische Team kennt die Besonderheiten des deutschen und des spanischen Arbeitsmarktes und somit die Möglichkeiten der Rekrutierung von spanischem Personal in Spanien als auch die Möglichkeiten der Finanzierung von Sprachkursen, der beruflichen Anerkennung und des Transfers nach Deutschland.


Gesundheitsberufe.de: Was waren die wesentlichen Aufgabenstellungen bzw. Hürden im Vorfeld, die Sie nehmen mussten?
 
Oliver Nordt: Eine große Herausforderung war es, ein Vermittlungsmodell zu entwickeln, das den Anforderungen der deutschen Auftraggeber und denen der spanischen Fachkräfte gleichermaßen gerecht wurde.
 
Gesundheitsberufe.de: Gibt es Mindestqualifikationen oder einen Mindestausbildungsstand, den eine spanische Fachkraft mindestens vorweisen muss?

Oliver Nordt: Um die Anerkennung des spanischen Berufstitels in Deutschland zu erreichen, benötigt die spanische Pflegefachkraft den akademischen Titel „diplomatura“ oder „grado en enfermería“ und die Sprachkompetenzstufe B1/B2 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Gesundheitsberufe.de: Welche Kosten entstehen für den Arbeitgeber?

Oliver Nordt: TTA Personal berechnet eine Vermittlungsprovision für die Organisation des gesamten Vermittlungsprozesses. Die Kosten für Reisen und Sprachkurse sowohl in Spanien als auch in Deutschland können über die Bundesagentur für Arbeit refinanziert werden. TTA Personal übernimmt die Antragstellung.
 


Gesundheitsberufe.de: Welchen zusätzlichen Herausforderungen müssen sich die Arbeitgeber stellen, wenn Sie diese spanischen Fachkräfte in deutsche Strukturen integrieren möchten?

Oliver Nordt: Deutsche Arbeitgeber müssen zur Kenntnis nehmen, dass sie einerseits hochqualifiziertes, akademisch gebildetes Pflegepersonal einstellen, das auf der Suche nach Stabilität und einer erfolgreichen Zukunft in Deutschland ist, und dass es sich anderseits um Fachkräfte handelt, deren Sprachkenntnisse in Deutsch noch ausgebaut werden müssen. Insofern können die spanischen Pflegekräfte nicht nach den gleichen Maßstäben behandelt werden wie ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen.


Gesundheitsberufe.de: Was sind ihres Erachtens die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Vermittlung von Pflegekräften? Was sind die Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Integration der neuen Kollegen?
 
Oliver Nordt: Wir haben gute Erfahrungen mit Kliniken und Pflegeinrichtungen gemacht, die sich Zeit nehmen und ein Mentorensystem aufgebaut haben, um den Integrationsprozess zu erleichtern.

Gesundheitsberufe.de: Ist das „spanische Modell“ ein Modell mit Zukunft? Welche Entwicklung erwarten Sie für die nächsten 3-5 Jahre?

Oliver Nordt: Die Vermittlung von spanischem Pflegepersonal

nach Deutschland hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:  vom Fachkräftemangel in Deutschland und der Arbeitsmarktsituation in Spanien.


Solange sich die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe nicht verändert (Aufbau eines Studiums bei gleichzeitiger Kompetenzerweiterung und Verbesserung der Lohnstruktur) wird der Fachkräftemangel in Deutschland fortbestehen.


In Spanien ist in den nächsten 3-5 Jahren nicht von einer deutlichen Entspannung der Arbeitsmarksituation auszugehen und insofern gehen wir von einer fortbestehenden Bereitschaft spanischer Pflegekräfte aus, nach Deutschland auszuwandern.


04.11.2013, Gesundheitsberufe.de